Randal, Gimp, Mauro und ich (Porno
S.) haben uns entschieden zu Jurs Geburtsdagsparty nach Amsterdam zu fahren.
Wir mussten ein Vierer-Couchette buchen, da der Velowagen ausgebucht sei
und wir die Velos nur im eigenen Couchette sicher transportieren liessen.
Etwas verwundert, dass so viele Leute im Februar mit dem Velo verreisen
wollen, buchte ich die vier Ligebetten. Am Freitagabend nach getaner Arbeit
und einigen wohlverdienten Bieren erwischten wir knapp den Nachtzug nach
Amsterdam.
Der Velowagen war natürlich leer, war ja klar! Wir machten uns in
unserem Abteil breit und freuten uns auf den nächsten Tag, wenn wir
uns durchs holländische Oval jagen.
Nach einer knappen Stunden wussten wir es dann definitiv: Es konnte nur
noch besser werden!
Wir machten uns vor dem Ins-Bett-gehen noch hinter unseren mitgebrachten
Vitamin-Kohlenhydrat-Drink. Als Sportler darf man die Ernährung nie
aus den Augen verlieren.
Bald trafen wir im Gang noch andere
Sportler die sich mit ähnlichen
Drinks in Form zu bringen suchten. Es waren Leute aus allen möglichen
Sportarten vertreten und es folgte eine angeregte disziplinenübergreifende
Disskusion. Mitten in der Nacht mischte sich dann auch noch das Zugspersonal
in die Runde ein. Das Thema war sofort klar: Wieviel Schlaf braucht denn
so ein Spitzensportler. Das Zugteam vertrat dabei einen eher konservativen
Standpunkt, dass sehr viel Schlaf nötig ist. Unter uns Sportlern
hatte es doch einige die experimentelle Erfahrung mitbrachten, wonach
es auch nach deutlich reduzierter Ruhezeit immer noch zu Höchstleistungen
kommen kann. (Bei richtiger Ernährung natürlich). Als uns dann
die Kohlenhydratdrinks ausgingen und sie den Speisewagen abhängten,
zwangen wir uns doch noch zu einer kurzen Pause.
Am Morgen in Amsterdam angekommen,
merkten wir die tiefere Seehöhe
und hatten deswegen ein wenig Kopfschwerzen.
Noch mehr Kopfschmerzen verursachte aber der Umstand, das ich die Reservationskarte
für die Rückfahrt, den Stadtplan und meine Kontaktadressen verloren
hatte. CityNightLine, SBB, und doe Holländische Bahnen zeigten sich
sehr unflexibel. So verliesen wir nach einer Stunde nervenkostenden und
zu nichts führenden Geprächen das Bahnhofsgebäude. Wir
trauten unseren Augen kaum. Es schneite wie auf dem Weissfluhjoch zur
besten Zeit. Wenigstens herrschte keine Lawinengefahr.
Aus der Erinnerung wusste ich noch ungefähr, wie die Strasse hiess
in der sich Jur’s Wohnung befindet. Endlich da eingetroffen wandten
wir uns an den Postboten der genau in dieser Strasse seine Briefe verteilte.
Er meinte nur: Bicycles?Go to Number 25.
Wir deponierten unsere Taschen und schauten uns Amsterdam etwas genauer
an. Schnell merkten wir, dass in Amsterdam an jeder Ecke eine Bar befindet.
Dem plötzlich schönen Wetter zuliebe, machten wir an einer Bar
im grünen kurze Rast.
So wurde es schnell Abend und wir machten uns auf
den Weg zum Amsterdam Velodrome. Endlich konnten wir die heiligen Hallen
von Amsterdam betreten.
Doch schon beim Einfahren merkten wir: Da sind nicht alle so sattelfest,
wie sie es im Strassenverkehr sind.
Spannende Rennen wahren auf jeden Fall zu erwarten. Und zu Fällen
kam es dann auch des öfteren. Nebst der fahrerischen Ueberlegenheit
die Arnheim zweifelslos darstellte, steigerten sich der Rest zu immer
noch spektakuläreren Stürzen.
Die Rennen hielten was sie versprachen und die
Verplegung war über allen Erwartungen. Vergleichbar war es nur
mit den Pancakes in Copenhagen.
Die Beine wurden viel zu schnell müde. Wir hätten noch Stunden
lang unsere Runden auf dem sibirischen Hartholz drehen können, doch
die Halle machte dicht. Critical Mass Style machten wir uns in Richtung
Jur’s Wohnung auf, wo die Party weitergehen sollte.
Auf jeden Fall erwachten wir am nächsten Tag
wieder und machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Dabei kamen wir
an der Infinity-Express Zentrale vorbei. Da haben die Disponenten noch
den Ueberblick. Diese etwas besondere Lage wurde nötig, weil in
Amsterdam alle Funkfrequenzen konstant überlastet sind. So kann
man auch mal einen Auftrag signalisieren.
Nach einem weiteren Tag in Hollands Metropole,
mussten wir schon wieder auf den Zug. Der kundukkteur war sehr hilfbereit
und lies uns in den wiederum leeren Velowagen einsteigen, bis sich herausstellte
welches unser Abteil sein musste.
Einigen hatte dieses Wochenende recht zugesetzt und man hörte nicht
mehr viel.
Das Fazit ist nicht schwer zu ziehen. Amsterdam
ist eine Reise wert.
Und Danke Jur!
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